| Teutone seit | 2005 |
| Alter | 24 Jahre |
| Beruf: | Lehramtsstudent, Logo-Angestellter des Vertrauens |
| Lieblingsverein | FC Bayern München |
| Lieblingsposition: | Mittelsturm, Offensive Außenbahn |
| Hobby (neben Fußball) | Reisen, Darts, Sport, Freunde |
„Wir stehen unter enormem Zugzwang“
Niklas, du hast die Mannschaft in allen vier Ligaspielen 2026 als Kapitän aufs Feld geführt – bist du aktuell der feste Kapitän der zweiten Mannschaft oder wie ist die Rollenverteilung nach der Hinrunde, in der auch Johannes Michel, Paul Söhngen und Philipp Mohr die Binde getragen haben?
Wir haben zu Beginn der Hinrunde einen externen Mannschaftsrat unserer 2. Garde gegründet, wobei auch neue Wahlen für das Kapitänsamt stattfanden. Paul Söhngen ist dabei zu unserem ersten und Johannes Michel zu unserem zweiten Spielführer ernannt worden. Da beide mit Verletzungen zu kämpfen haben, fülle ich diese Rolle aktuell als „Ersatzkapitän“ aus. Trotzdem schätze ich dieses Vertrauen sehr und versuche, voranzugehen.
Wie nimmst du deine Rolle als Führungsspieler innerhalb der Mannschaft wahr – gerade auch in der aktuellen Tabellensituation?
Mir ist meine Rolle in der aktuellen Situation bewusst, und ich gebe mein Bestes, ein gutes Vorbild darzustellen. Leider funktioniert das aber nicht in jedem Moment, da ich ein sehr emotionaler Mensch und Fußballer bin. Daran muss ich arbeiten und meine Gefühle teilweise besser kontrollieren.
Der Start ins Jahr 2026 verlief mit zwei Siegen und zwei Niederlagen durchwachsen. Wie fällt dein Fazit der bisherigen Restrunde aus?
Im Vergleich zur Hinrunde sehe ich in jedem Spiel eine gute Einstellung der Spieler. Der Wille ist auf jeden Fall vorhanden. Die zwei wichtigen Dreier gegen Freiensteinau und Hosenfeld haben wir verdient eingefahren. Gegen Lauterbach und Landenhausen haben die entscheidenden Prozentpunkte gefehlt, um etwas Zählbares mitzunehmen.
Die letzten Spiele waren sehr unterschiedlich – vom wichtigen Sieg bei der SG Hosenfeld II/Giesel bis zur deutlichen Niederlage bei der SG Landenhausen. Woran lag aus deiner Sicht dieser Unterschied in den Leistungen?
Zunächst muss man definitiv erwähnen, dass wir fast jedes Spiel mit einer unterschiedlichen Mannschaft antreten. Die Unterstützung von Spielern der ersten Mannschaft tut uns extrem gut, da die Spielqualität deutlich angehoben wird. Gegen Landenhausen waren wir leider etwas unterbesetzt, was man vor allem gegen Ende der zweiten Halbzeit gemerkt hat. So ein Ergebnis kommt zustande, wenn bei einigen Spielern die Kraft für 90 Minuten nicht reicht und dann keine Wechsel möglich sind.
Ihr steht aktuell auf dem Abstiegsrelegationsplatz. Wie geht die Mannschaft mit dieser Drucksituation um?
Ich habe bei einigen Spielern oft das Gefühl, dass sie noch gar nicht realisiert haben, wie ernst es momentan eigentlich ist. Auch wenn wir noch elf Spiele vor der Brust haben, müssen wir jetzt anfangen zu punkten und deswegen auch andere Dinge im Leben vielleicht mal hintenanstellen.
Wie wichtig war die Wintervorbereitung für euch – konntet ihr dort die Grundlage für die Restrunde legen?
Ehrlich gesagt leider nein. Die Trainingsbeteiligung der zweiten Mannschaft war größtenteils sehr durchwachsen, und vielen Spielern fehlt dadurch die nötige Praxis am Ball und die Grundfitness. Dennoch bedeutet das nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Jeder sollte sich selbst klarmachen, wie wichtig sein Beitrag in der Mannschaft ist, und für seine eigene Fitness sorgen.
Was sind aus deiner Sicht aktuell die größten Stellschrauben, an denen ihr drehen müsst, um im Abstiegskampf zu bestehen?
Zum einen muss sich definitiv etwas an der Trainingsbeteiligung ändern. Oftmals werden kleine Dinge als Ausrede verwendet und das Training leichtfertig abgesagt, obwohl es für einige sehr wichtig wäre. Zum anderen müssen wir wieder den Spaß am Fußballspielen finden – und das gemeinsam als Team. Bei vielen Spielern sehe ich momentan sehr schwere Beine und eine fast gezwungene Mentalität.
Seit dieser Saison steht mit Tim Krüger ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Wie ist die Zusammenarbeit mit ihm und was hat sich im Vergleich zur Vorsaison verändert?
Nach vielen Jahren unter Adrian Giemza war irgendwann die Luft raus, und eine Veränderung war nötig. Tim passt nicht nur unfassbar gut zu uns als Trainer, sondern auch als Mensch. Er hat sich direkt integrieren können und investiert viel für den Verein. Das Training ist deutlich abwechslungsreicher geworden, da wir viele neue Übungen und Methoden anwenden. Auch neben dem Platz ist Tim immer für ein gutes Gespräch oder ein Weizenbier zu haben.
Du hast auch bereits bei der ersten Mannschaft auf dich aufmerksam gemacht, unter anderem mit einem wichtigen Jokertor gegen den SV Neuhof zum 3:3-Endstand. Wie siehst du deine persönliche Entwicklung derzeit?
Das war definitiv ein prägendes Ereignis für mich, da ich einen echten Sahnetag erwischt habe. Leider kamen seitdem keine weiteren Einsätze hinzu, was ich etwas schade finde. Man muss die aktuellen Umstände aber realistisch betrachten. Wir haben in der ersten Mannschaft mit Leuten wie zum Beispiel Niklas Wese, Pep (Mvondo) oder Tino (Phiri) eine enorme offensive Qualität. Es ist ziemlich schwer, sich dort durchzusetzen. Trotzdem werde ich jede Chance wahrnehmen und weiter an mir arbeiten. Vor allem Verantwortung zu übernehmen und zum Führungsspieler zu reifen, sehe ich als größte Entwicklungsschritte derzeit.
Welche Ziele hast du persönlich noch für die laufende Saison – sowohl mit der zweiten als auch vielleicht mit Blick auf die erste Mannschaft?
Am wichtigsten wäre natürlich der doppelte Klassenerhalt. Dafür werde ich alles geben und versuchen, noch einmal eine Schippe draufzulegen. Ich persönlich würde mich noch über einige Tore und Einsatzmöglichkeiten in der ersten Mannschaft freuen.
Blick auf den heutigen Spieltag: Wie schätzt du die Chancen der 1. Mannschaft gegen den TSV Künzell sowie der 2. Mannschaft gegen die SG Grebenhain/Bermutshain ein – und wie lauten deine Tipps für die beiden Spiele?
Künzell spielt bisher eine sehr starke Saison, weshalb ich denke, dass es ein sehr intensives und kniffliges Spiel wird. Die Gruppenliga wird von Jahr zu Jahr immer verrückter, wie man unschwer an der Tabelle sehen kann. In diesem Spiel wird alles möglich sein.
Grebenhain lag uns in der Vergangenheit immer gut, und ich kann mich an kein schlechtes Spiel von unserer Seite erinnern. Da wir unter enormem Zugzwang stehen, denke ich auch hier, dass es ein sehr hitziges Spiel werden wird. Meine Tipps lauten 3:2-Heimsieg unserer ersten Mannschaft und 2:1-Heimsieg unserer zweiten Mannschaft.

