| Alter | 33 |
| Beruf | Rollout Manager eCommerce |
| Lieblingsvereine | Hertha BSC & Teutonia Großenlüder |
| Lieblingsposition | Innenverteidiger |
| Hobbys (neben Fußball) | Zeit mit Familie und Freunden |
„Bei der Teutonia fühle ich mich einfach zuhause“
Sebastian Ebert ist zurück in Großenlüder. Warum die Kombination aus Familie, Beruf und Fußball bei der Teutonia für ihn genau passt und was er der Mannschaft in dieser Saison zutraut, verrät er im Interview.
Sebastian, du bist in Großenlüder groß geworden und hast alle Jugendmannschaften der Teutonia durchlaufen. Wie blickst du heute auf diese Zeit zurück und welche Bedeutung hat der Verein für dich?
Der Ort und der Verein haben für mich eine hohe Bedeutung. Ich fühle mich hier sehr wohl und freue mich, meinen Sohn in Großenlüder aufwachsen zu sehen und ihn dabei zu begleiten, wie er bei der Teutonia seine ersten Schritte macht.
Nach deinen ersten Jahren im Seniorenbereich bei der SpVgg. Bimbach und einem Jahr bei FT Fulda bist du 2019 zur Teutonia zurückgekehrt. Was hat dich damals dazu bewogen, wieder nach Großenlüder zu wechseln?
Leider hatte ich mir in meinem letzten A-Jugendjahr bei der Teutonia das Schienbein gebrochen. Ohne diese Verletzung hätte es den Wechsel weg von Großenlüder sehr wahrscheinlich nicht gegeben. Da ich jedoch ein Jahr lang ausgefallen bin, wollte ich zunächst vor allem viel Spielpraxis sammeln – zu diesem Zeitpunkt war ich noch meilenweit davon entfernt, einer Gruppenliga-Mannschaft einen echten Mehrwert zu bieten.
Heute bin ich froh, dass ich damals diesen Schritt gemacht habe. Dass ich irgendwann wieder für die Teutonia spielen möchte, stand für mich ohnehin außer Frage. Es war lediglich die Frage, wann für mich der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Glücklicherweise kann ich rückblickend sagen, dass ich den richtigen Moment gefunden habe.
Du warst anschließend mehrere Jahre fester Bestandteil der ersten Mannschaft. Wie hat sich deine Rolle innerhalb der Mannschaft in dieser Zeit entwickelt?
Es war für mich eine überragende Zeit. Ich konnte mich von Tag eins sowohl auf fußballerischer als auch auf menschlicher Ebene sehr gut in die Mannschaft integrieren. In dieser Zeit sind viele enge Freundschaften entstanden, und ich denke sehr gerne an diese erfolgreichen Jahre zurück.
Meine Rolle innerhalb der Mannschaft habe ich vor allem darin gesehen, für eine gute Stimmung im Team zu sorgen und gleichzeitig meinen Teil zum sportlichen Erfolg beizutragen. Dass ich zum Ende dieser Zeit das Kapitänsamt übernehmen durfte, war für mich dann die Kirsche auf der Torte und eine große Ehre.
In der vergangenen Saison hast du als Spielertrainer beim TV Jahn Neuhof eine ganz neue Erfahrung gesammelt. Was hast du aus dieser Zeit für dich persönlich mitgenommen?
Das war für mich eine tolle und sehr wertvolle Erfahrung. In der Trainerrolle ist das Verantwortungsbewusstsein noch einmal deutlich höher. Gerade mit Niederlagen fällt es schwerer umzugehen, weil man jede eigene Entscheidung kritisch hinterfragt und einen das teilweise die ganze Woche beschäftigt.
Als Spieler reflektiert man in erster Linie die eigene Leistung – als Trainer trägt man Verantwortung für die gesamte Mannschaft. Man analysiert jedes Spiel, aber genauso auch jede Trainingseinheit und die Entwicklung der einzelnen Spieler. Dadurch ist der zeitliche und auch mentale Aufwand noch einmal deutlich größer.
Dass ich die Trainerrolle in Neuhof nicht weiter ausübe, ist mir deshalb auch nicht leichtgefallen. Aus zeitlichen Gründen war es für mich aber die richtige Entscheidung. Für mich steht jedoch fest, dass ich diese Rolle in Zukunft gerne noch einmal übernehmen möchte – vorausgesetzt, sie lässt sich mit Beruf und Familie gut vereinbaren.
Zur neuen Saison bist du nun wieder zur Teutonia zurückgekehrt. Was waren für dich die ausschlaggebenden Gründe für diesen Schritt?
Für mich war vor allem der Wunsch ausschlaggebend, etwas kürzerzutreten und am Wochenende wieder mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Die Wege zum Sportplatz sind hier sehr kurz, und bei der Teutonia fühle ich mich einfach zuhause.
Wenn die Freizeit durch Beruf und Familie knapper wird, wird es umso wichtiger, wie man diese Zeit verbringt. Bei der Teutonia kann ich beides miteinander verbinden: Ich habe kurze Wege, verbringe Zeit mit den Jungs, mit denen ich gerne zusammen bin, und kann gleichzeitig meiner Familie am Wochenende wieder mehr Zeit widmen. Das war für mich letztlich die perfekte Kombination.
Du wirst in dieser Saison vermutlich nicht bei jedem Training und jedem Spiel dabei sein können. Wie sieht deine Rolle innerhalb der Mannschaft konkret aus?
Ich versuche, da zu sein, wenn ich gebraucht werde. Ich bin aber auch glücklich, wenn die Jungs ohne mich erfolgreich sind.
Zum Saisonauftakt in Petersberg standest du direkt in der Startelf. Wie hast du diesen Auftakt bei der Teutonia erlebt?
Ehrlich gesagt sehr ernüchternd – wir haben verloren und keine gute Leistung gezeigt. Ob ich selbst auf dem Platz stehe oder nicht, ist für mich dabei zweitrangig. Für mich steht der Erfolg der Mannschaft und des Vereins an erster Stelle.
Kurz darauf ging es für dich mit der zweiten Mannschaft ausgerechnet gegen deinen ehemaligen Verein TV Jahn Neuhof. Wie war es für dich, gegen die Mannschaft auf dem Platz zu stehen, die du im vergangenen Jahr noch als Spielertrainer betreut hast?
Das war für mich definitiv eine größere mentale Herausforderung. Ich wünsche dem TV Jahn Neuhof, dass sie in diesem Jahr den Aufstieg schaffen. Gleichzeitig wollte ich natürlich alles dafür geben, dass auch unsere Mannschaft erfolgreich ist. Das brauche ich nicht noch einmal. (lacht)
Die Saison ist noch jung. Was traust du der ersten Mannschaft in der Kreisoberliga in dieser Saison zu und was muss aus deiner Sicht dafür noch besser werden?
Das Team muss noch enger zusammenwachsen. Wenn du nach 18 Jahren aus der Gruppenliga absteigst, geht das an keinem Spieler spurlos vorbei. Wichtig ist, die Köpfe wieder frei zu bekommen, Spaß auf und neben dem Platz als Team zu haben – dann kommt auch wieder der Erfolg. Mit der Qualität der Mannschaft ist der Aufstieg möglich, aber Qualität alleine reicht nicht, um erfolgreich zu sein. Wenn jeder bereit ist, das Sportliche anderen Dingen unterzuordnen, ist alles möglich… aber jetzt zählt erstmal nur, das nächste Spiel zu gewinnen.
Zum Abschluss: Heute wartet mit dem Haimbacher SV der nächste Gegner im Lüdertalstadion. Wie lautet dein Tipp?
3:0 Heimsieg.


