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Im Interview: Tim Krüger

WohnortBad Salzschlirf
BerufProduktionsplaner
LieblingsvereinBorussia Dortmund
Lieblingsposition10er, 6er
Hobbys (neben Fußball)Fußball auf die 1

„Der starke Endspurt hat gezeigt, was möglich ist.“

Fünf Siege aus den letzten sechs Spielen machten den Klassenerhalt perfekt. Nun möchte Tim Krüger mit seiner Mannschaft daran anknüpfen. Im Interview spricht er über die vergangene Saison, die Vorbereitung und den Neustart in der A-Liga West.


Tim, nach einer schwierigen vergangenen Saison hat deine Mannschaft den Klassenerhalt mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen noch direkt geschafft. Mit etwas Abstand: Wie blickst du auf diese beeindruckende Aufholjagd zurück?

In der Tat war es bis zum Schluss eine enge Kiste mit dem Klassenerhalt. Aber ich denke, aufgrund der richtig guten Rückrunde mit 26 Punkten war es am Ende verdient, die Klasse direkt zu halten. Diese Siegesserie zum Schluss war natürlich Balsam für die Seele.


Lange Zeit sah es so aus, als würde der Klassenerhalt kaum noch möglich sein. Was hat aus deiner Sicht den entscheidenden Ausschlag für die Wende gegeben?

Ich glaube, es war jedem nach der Hinserie klar, dass es nicht für den Klassenerhalt reichen würde, wenn es so weitergeht. Zu Beginn der Rückrunde hatten wir in den ersten drei Spielen gleich zwei direkte Konkurrenten im Abstiegskampf, gegen die wir beide gewinnen konnten. Dann gab es das Heimspiel gegen Grebenhain, in dem wir, glaube ich, die schlechteste erste Halbzeit der gesamten Runde gespielt, aber in der zweiten Halbzeit eine richtig gute Reaktion gezeigt haben. Zwei Spiele später kam der Punktgewinn in Bimbach – das war für mich der entscheidende Moment. Danach haben wir bis auf Sickels II und Nieder-Moos alles gewonnen, was auch verdammt nötig war, wenn man noch einmal zurückblickt.


Welche Erkenntnisse aus der vergangenen Saison möchtest du mit in die neue Spielzeit nehmen?

Schwierig zu beantworten – bei einer zweiten Mannschaft ist es ja immer so, dass man freitags beziehungsweise samstags mittags noch nicht weiß, wer überhaupt dabei ist. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass wir mit der richtigen Einstellung und einer geschlossenen Mannschaftsleistung vieles auffangen können. Gleichzeitig hätten wir einige schwierige oder enge Situationen durch mehr Konstanz früher vermeiden können.


Die Vorbereitung liegt hinter euch. Wie zufrieden bist du mit der Arbeit deiner Mannschaft und worauf habt ihr in den vergangenen Wochen den Schwerpunkt gelegt?

Mit den Einheiten an sich bin ich zufrieden. Der Schwerpunkt lag darauf, ein etwas angepasstes System einzuführen und bestimmte Abläufe zu festigen. Dafür wäre eine konstante Trainingsbeteiligung natürlich sehr hilfreich – und zwar mannschaftsübergreifend.


Zum Saisonauftakt gab es eine deutliche 0:4-Niederlage bei der SG Rommerz. Was hat aus deiner Sicht gefehlt und welche Lehren zieht die Mannschaft aus diesem Spiel?

Die personellen Voraussetzungen waren extrem schwierig. Dass ich mit fast 41 Jahren selbst von Beginn an ran musste und insgesamt 65 Minuten gespielt habe, sagt einiges über die Situation aus. Deshalb lassen sich aus diesem Spiel taktisch nur bedingt Rückschlüsse ziehen. Trotzdem müssen wir auch unter solchen Umständen versuchen, kompakter aufzutreten und einfache Fehler zu vermeiden. Die SG Rommerz war in den vergangenen Jahren in der A-Liga aber auch immer oben dabei, wenn sie nicht gerade in der KOL unterwegs war.


Trotz des misslungenen Starts: Wie schätzt du die Entwicklung deiner Mannschaft aktuell ein und wo siehst du noch das größte Verbesserungspotenzial?

Mit der Entwicklung an sich bin ich schon zufrieden. Klar, es geht immer besser. Wichtig ist jedoch, dass die Spieler die richtige Einstellung mitbringen – so, wie sie es in der vergangenen Rückrunde gemacht haben. Ich wünsche mir für unsere Verhältnisse deutlich mehr Ruhe und Konzentration am Ball. Durch Unachtsamkeiten und unnötige Hektik machen wir uns das Leben ganz oft selbst schwerer als nötig.


Die erste und zweite Mannschaft trainieren weiterhin eng zusammen. Wie wichtig ist diese Zusammenarbeit für die Entwicklung der Spieler und des gesamten Vereins?

Hier muss man in der Tat manchmal differenzieren. Für uns Trainer ist es angenehmer, wenn viele Spieler im Training sind, um taktische Dinge auch vernünftig einstudieren zu können. Das ist leider nicht immer möglich. Junge Spieler können vom höheren Tempo und der Erfahrung der Spieler aus der ersten Mannschaft profitieren. Gleichzeitig müssen wir Trainer die Übungen so gestalten, dass alle Spieler ausreichend gefordert und gefördert werden. Für den Verein ist es sehr wichtig, dass wir gemeinsam trainieren und beide Mannschaften weiterhin als Einheit auftreten.


Mit welchen Zielen geht die zweite Mannschaft in diese Saison? Geht es in erster Linie erneut um den Klassenerhalt oder darf der Blick auch etwas weiter nach vorne gehen?

Aufgrund der neu eingeteilten A-Liga, in der ich die Hälfte der Gegner nicht kenne, ist für mich noch nicht absehbar, wohin die Reise geht. Prinzipiell ist mehr drin als im vergangenen Jahr. Das Potenzial ist absolut vorhanden, solange wir, wie bereits erwähnt, die richtige Einstellung mitbringen und mehr Ruhe und Konzentration an den Tag legen. Unser Ziel muss es sein, möglichst frühzeitig ausreichend Punkte zu sammeln und nicht wieder bis zum letzten Spieltag zittern zu müssen. Wenn wir personell etwas konstanter aufgestellt sind und unser Potenzial regelmäßig abrufen, traue ich der Mannschaft aber deutlich mehr zu als in der vergangenen Saison.


Welche Rolle sollen die jungen Spieler in dieser Saison einnehmen? Traust du einigen den nächsten Entwicklungsschritt zu?

Absolut. Es liegt an jedem selbst, wie viel er dafür investieren möchte. Am Ende können wir Trainer Tipps geben und beratend zur Seite stehen. Was der Einzelne daraus macht, liegt letztlich an ihm.


Am Sonntag wartet mit dem TV Jahn Neuhof der erste Heimauftritt der neuen Saison. Was erwartest du von dieser Begegnung und worauf wird es ankommen?

Für mich ist der TV Neuhof ganz weit oben einzuordnen. Mit Radek Görner haben sie natürlich auch eine Tormaschine in ihren Reihen. Zum Glück haben wir mit Sebastian Ebert einen bei uns, der die Mannschaft ganz gut kennen sollte. Den einen oder anderen Tipp werde ich mir im Vorfeld auf jeden Fall von ihm holen. Dann wird es darauf ankommen, wie gut wir unsere Spielidee auf den Platz bringen und umsetzen können.


Wie nimmst du aktuell die Stimmung innerhalb der Mannschaft wahr? Spürt man nach dem starken Saisonendspurt der vergangenen Spielzeit weiterhin das nötige Selbstvertrauen?

Ich würde eher von Erleichterung als von großem Selbstvertrauen sprechen. Der starke Endspurt hat aber gezeigt, was möglich ist. Jetzt müssen wir lernen, auch nach Rückschlägen positiv zu bleiben und nicht sofort alles infrage zu stellen. Entscheidend ist, dass wir anschließend die Ärmel hochkrempeln, den Blick wieder nach vorne richten und gemeinsam weitermachen.


Zum Abschluss: Wie lauten deine Tipps für die heutigen Heimspiele der ersten Mannschaft gegen den FSV Germania Fulda und der zweiten Mannschaft gegen den TV Jahn Neuhof?

Teutonia II – TV Neuhof 2:1

Teutonia – Germania Fulda 4:1