| Aktuelle Funktion | Trainer der SG Sickels |
| Bei Teutonia | Trainer von 2019 bis 24 |
| Wohnort | Dietershausen (Künzell) |
| Beruf | Bankkaufmann |
| Lieblingsverein | Real Madrid |
| Lieblingsposition als Spieler | Mittelfeld, 6er |
| Hobby (neben Fußball) | Fahrrad fahren |
„Für uns geht es heute ums nackte Überleben.“
Rückkehr ins Lüdertalstadion: Ex-Teutonen-Coach Francisco Martinez blickt auf seine Zeit bei der Teutonia zurück, spricht über den Aufstieg mit Sickels und sein emotionales Wiedersehen.
Francisco, willkommen zurück im Lüdertalstadion: Wie fühlt es sich für dich an, wieder in Großenlüder an der Seitenlinie zu stehen?
Ich würde lieber ein bisschen entspannter hier sein, aber die Tabellensituation lässt das leider für beide Mannschaften nicht zu. Ich muss aufpassen, dass ich nicht in der falschen Kabine lande (lacht).
Wie blickst du heute auf deine Zeit bei der Teutonia zurück?
Es war eine wunderschöne Zeit. Wenn man fünf Jahre bei einem Verein ist, kann man sagen, dass man sich sehr wohlgefühlt hat – aber irgendwann geht jede Zeit im Fußball auch zu Ende.
Was waren für dich die prägendsten Momente während deiner Zeit bei der Teutonia?
Positiv war vor allem die lange Phase, in der wir sehr erfolgreich waren. In einer Saison (Saison 2021/22 – Meister der Gruppenliga Fulda, Gruppe Süd) haben wir die ersten neun oder zehn Spiele in Folge gewonnen – das war schon überragend für die Jungs.
Negativ war das Spiel mitten im Abstiegskampf zu Hause gegen den Tabellenletzten Hohe Luft Hersfeld, das wir verloren haben (Saison 2022/23 – Endstand: 0-2). Da haben uns einige schon abgeschrieben, aber wir haben dann am vorletzten Spieltag doch noch den Klassenerhalt klargemacht.
Was hat die Mannschaft und das Umfeld in Großenlüder für dich besonders gemacht?
In der Mannschaft waren tolle Charaktere – einfach super Jungs.
Gibt es Spiele, die dir bis heute besonders in Erinnerung geblieben sind?
Es sind natürlich mehrere Spiele, die mir in Erinnerung geblieben sind. Eines war in Thalau, eines meiner ersten Spiele mit Großenlüder. Wir haben dort ein überragendes Spiel gemacht und hätten zur Halbzeit, ohne zu übertreiben, 1:4 führen müssen – stattdessen lagen wir 1:0 zurück. In der Halbzeit wurde es dann sehr laut, weil sich ein Offensivspieler lautstark bei den Abwehrspielern beschwert hat, dass wir ein Tor kassiert haben, obwohl er selbst drei hätte machen müssen. Trotz allem haben wir ein super Spiel gemacht und am Ende 3:1 gewonnen (Saison 2019/2020 – 1. Sieg mit Teutonia).
Du bist nach deiner Zeit bei der Teutonia zur SG Sickels gewechselt und direkt aufgestiegen – wie hast du diesen Schritt und den Erfolg erlebt?
Sickels ist zwar ein Stadtverein, legt aber sehr viel Wert auf Dinge, die man sonst eher aus Dorfvereinen kennt. Ich habe dort direkt einen sehr gut geführten Verein und eine Top Mannschaft vorgefunden. Das Ziel war der Aufstieg, dadurch war natürlich auch ein gewisser Druck da – den habe ich mir aber vor allem selbst gemacht. Vom Vorstand kam in keiner Weise Druck. Dass es am Ende geklappt hat, war natürlich umso schöner.
Kann man Teutonia Großenlüder und die SG Sickels in irgendeiner Weise vergleichen – sei es sportlich oder vom Umfeld her?
Tatsächlich sind sich beide Vereine in vielen Dingen sehr ähnlich.
Jetzt kommt es zum ersten Pflichtspiel im Lüdertalstadion seit deiner Zeit in Großenlüder – welche Bedeutung hat dieses Spiel für dich persönlich?
Ich hätte mir gewünscht, dass wir heute unter anderen Voraussetzungen hier antreten. Leider ist es anders gekommen – für uns geht es heute ums nackte Überleben. Trotzdem freue ich mich auf alles.
Wie ist dein Kontakt heute noch zum Verein oder zu ehemaligen Weggefährten?
Immer wenn ich Kontakt mit einem Funktionär oder Spieler habe, ist das sehr angenehm und oft auch witzig.
Wie nimmst du die Gruppenliga Fulda in dieser Saison wahr?
Die Liga ist, wie in den letzten Jahren, sehr ausgeglichen und dadurch auch extrem eng. Es können viele Mannschaften aufsteigen, aber eben auch viele absteigen.
Eure Mannschaft steckt momentan in einer schwierigen Phase, ist aber noch in Schlagdistanz – was macht dir Mut für den weiteren Saisonverlauf?
Mut macht mir, dass ich weiß, was in dieser Mannschaft steckt.
Zum Abschluss: Wenn du einen Tipp abgeben möchtest – wie glaubst du, gehen die beiden heutigen Spiele im Lüdertalstadion aus?
Sorry, heute keine Tipps.

